2019 Aidabella 4


 

 

 

Die Nacht war kurz, deshalb habe ich es langsam angehen lassen, ich ging wieder in die Sauna und habe meine täglichen Schreibarbeiten gemacht. Dazwischen ein paar Saunagänge und ein kurzes Nickerchen.

106 19.07. Fr. ...und noch ein Seetag...

Jeden Abend war an der Kabinentür ein Veranstaltungsprogramm für den nächsten Tag angeklemmt, so daß man sich gut über alle Aktivitäten informieren konnte. 

Wir fuhren an den Lofoteninseln vorbei, die sich wie eine hohe Mauer aus dem Meer erheben. Diese Inselgruppe zieht sich fast bis zum Nordkap entlang der norwegischen Küste hin. Am Nachmittag bereits konnte man das Nordkap mit seiner charakteristischen Hochfläche sehen. Wir mussten aber um diese zerklüftete Insel herumfahren, um in den Hafen von Honningsvag einzulaufen.

Abends so gegen 18 Uhr war es dann soweit, die Bella war fest und die die kleine Stadt konnte entdeckt werden. Nur 2000 Einwohner hat die Stadt, im Winter noch weniger, da sind die Aidagäste in der Überzahl.

Es gab nur eine Hauptstrasse, ein Museum, ein paar Kneipen, einen Supermarkt und einige Geschäfte, wobei die vielen kleinen, aber starken Quads und Snowmobile in den Schaufenstern ein gutes Geschäft vermuten lassen.

Es gab hier eine Eisbar, die im Winter aus Eisblöcken gebaut wird und dann ganzjährig für zahlende Gäste offen steht. Auch ein paar Souvenirgeschäfte boten kleine Trollfiguren, Fellmützen, Weihnachtsschmuck und Rentiergeweihe an.

Ich habe mir einen kleinen geschnitzten und bemalten Brieföffner aus Rentiergeweih gekauft, ein kleines Andenken an zwei nette ältere Frauen, die diese Sachen in ihrer kleinen Werkstatt anfertigten. Im Supermarkt habe ich noch Rentier-Trockenfleisch, Lakritzbonbons und einen kleinen Käse gekauft. Andere Länder - anderes Essen. An der Hauptstraße traf ich ein älteres Ehepaar (so ca. Mitte 60) aus Deutschland, die hierher mit ihren schweren Motorrädern gefahren sind, 4000 km die einfache Strecke. Meinen Respekt, ich finde das ist eine tolle Leistung.

Da der Bus zum Nordkap erst kurz vor Mitternacht abfährt war noch viel Zeit. Also nochmal aufs Schiff und in der herrlichen Vor-Mitternachtssonne noch etwas Leckeres essen. Ein Täschen Wein dazu...einfach gut und schön.

Die Busfahrt zum Kap dauerte ca 45 Minuten und führte durch eine grossartige Landschaft, völlig baumlos mit unzähligen kleinen Seen, Wasserfällen und graue Schieferfelsen. Es gab auch noch kleine Schneereste auf den grünen Hochflächen. Mit etwas Glück sieht man dort Rentiere umherziehen. Ich habe so ähnliche Landschaften in Island und in der Mongolei gesehen. Eine beindruckende leere Landschaft, aber voller Natur, einfach schön.

Oben am Nordkap ist das Gegenteil zu sehen, riesige Parkplätze, Wohnmobil-Stellplätze und eine große Gebäudeanlage für alles was diese vielen Menschen brauchen. Mich zieht es, wie die anderen Besucher auch zu dieser bekannten stilisierten großen Weltkugel, das Wahrzeichen des Nordkaps.

Das Wetter ist einmalig schön, wolkenloser Himmel, Sonnenschein, Windstille und gute Temperaturen. Selbst für Nordkap-Experten ist dieses Wetter unglaublich schön und selten so zu erleben.

Das finden natürlich die vielen Besucher auch und jeder versucht das "beste Bild" der Erdkugel und der Mitternachtssonne zu machen. Es geht schon sehr lebhaft an der Weltkugel zu. Ganz Mutige ersteigen sogar die Kugel und lassen sich dabei fotografieren.

Es herrscht eine fröhliche und lockere Stimmung, die meisten haben ein entspanntes Lächeln im Gesicht. In dem großen Gebäude gibt es Filmvorträge, ein Restaurants und Souvenirläden, sowie eine exotische Grotte, die vom thailändischen Koenig gestiftet wurde. Es gibt auch einen Skulpturenpark, der von Kindern entworfen wurde. 

Nach zwei Stunden fuhr ich wieder zurück aufs Schiff. Dort wartete schon am Pooldeck eine kleine Mitternachts-Suppe und Glühwein. Ein kaltes Bier gab es auch.

 

 

 

 

 

Ein Tag mit großartigen Eindrücken ging gegen 3 Uhr früh zu Ende.

 

 

Bis bald  -  Ecki