2019 Aidabella 6


 

22.07. Bodø

Morgens legte die Bella im Hafen von Bodø, dem Tor zum Norden und einer lebhaften Hafenstadt am Polarkreis an. 50.000 Einwohner, Bahnhof und Flughafen machen Bodø zum einem wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Zentrum hier an der Küste.

Ich hatte einen Busausflug gebucht, der zu zum Svartisen-Gletscher führte. Leider hingen die Wolken sehr tief zwischen den hohen Bergen, so daß die Aussicht auf diese herrliche Gebirgslandschaft nicht so gut war. Im Laufe des Tages wurde es etwas besser. Diese Landschaft ist wirklich traumhaft schön und überraschte immer wieder mit neuen Eindrücken.

Die Strasse führte uns über eine hohe Brücke unter der zu jedem Ebbe-Flut-Wechsel ein gewaltiger Gezeiten-Strom fließt. Unwahrscheinliche Wassermassen (400 Mill. m3) fließen mit über 20 Knoten und vielen Wirbeln durch diese Engstelle. Ein echter Mahlstrom. Unsere "Bella" würde auch bei voller Geschwindigkeit nicht durch diese Engstelle fahren können, sagte unser Guide.

Ein kurzer Pinkelstop an einen Fjord wurde zum Fotostop umfunktioniert. Später mußten wir auf ein Boot umsteigen und wurden auf die andere Seite des Fjord gebracht. Hier konnte man schon den Gletscher, teilweise noch unter den Wolken versteckt, sehen. In einen sehr schönen Lokal wurde ein sehr leckeres Mittagessen serviert, verschiedenste Salate, Lachs und Schinken in verschiedenen Ausführungen und noch viel mehr. Es hat ausgezeichnet geschmeckt. Direkt gegenüber, oberhalb des Wassers lag dieser Gletscher, blau leuchtend zwischen den Bergrücken. Noch vor ein paar Jahren erstreckte sich der Gletscher hinab bis zum Wasser, aber auch hier ist die globale Klimaerwaermung deutlich zu sehen. Leider liessen die Wolken keine Gesamtsicht auf den Gletscher zu, aber auch diese Aussicht war sehr beeindruckend.

 

Nahe des Lokals gab es einen Elchgarten, d.h. man konnte diese großen Tiere aus der Nähe anschauen, füttern und streicheln. Manche versuchten es auch mit küssen, denn das soll Glück bringen. Es gab ein 7 Monate altes Elchbaby, welches noch von seiner Mutter betreut wurde. Ein alter Elchbulle und ein weiteres Jungtier waren sehr hungrig, sie fraßen die gereichten Blätter und Zweige sehr gierig und ließen sich von den Besuchern nicht weiter stören.

Übrigens, ...Elche koennen sich nachts nicht hinlegen, weil sie keine Kniegelenke haben. Deshalb schlafen sie angelehnt an einen Baum im Stehen, hat man mir erzählt.

 

Nun fuhren wir wieder zurück und unser Guide erzählte viel über Land und Leute. Er ist Deutscher und lebt hier eingen Jahren. Er studiert und macht verschiedene Jobs und möchte auch länger hier bleiben. Er erzählte über das Alltagsleben, das teure Bier und die Spezialgeschäfte für Wein und Spirituosen, über den Stockfisch und die vielen positven Bemühungen und Erfolge der norwegischen Regierung für eine bessere Umwelt.

Bei sonnigen Wetter und mehreren Fotostops hätte diese Fahrt sicher noch schöner sein können, aber ich will mich nicht beschweren, das großartige Wetter, das wir bisher auf der Reise hatten, hatte niemand erwartet. Selbst für die einheimischen Busfahrer am Nordkap war das ungewöhnlich. Also, alles gut, alles ok.

Da noch Zeit bis zum Ablegen war, bin ich in die Stadt gelaufen und habe mich etwas umgesehen. Bodø ist schon eine größere Stadt, es gibt viele Geschäfte und auch Einkaufspassagen. In einem kleinen Fischgeschäft mit großer Auswahl an Fischen und anderem Meeresgetier habe ich mir einen Stockfischburger gekauft. Sehr gut, kann ich empfehlen.

An Bord zurück checkte ich meine emails und whatsup Nachrichten. Hier im Hafen gab es guten Telefon-und Internet-Kontakt zur Aussenwelt, ohne daß man das teure und komplizierte Aida-Bordnetz verwenden muß.

Der Abend verlief wie gewohnt, nach dem Ablegemanöver mit den Klängen von „Orinoco Flow (Sail Away)“ habe ich noch eine Kleinigkeit gegessen und dann den Abend mit Bilder ansehen und schreiben verbracht.

Es gab noch den üblichen Rundgang, im Theatrion wurde die "Voice of Ocean" gesucht, ein vom TV bekannter Gesangswettbewerb, da es aber sehr voll war bin ich in die Aidabar und habe bei meinem Gin-Tonic den "Funky Rabbits" zugehört, ein Duo mit schöner Musik und Gesang.

23.07. Seetag

Heute ist wieder ein Seetag, ein Tag ohne "Landgang-Stress". Etwas länger schlafen, nach dem Frühstück in die Sauna um in Ruhe schreiben zu können. Dazwischen etwas schwitzen und dabei auf die Wellen gucken.

Nachmittag war ein Vortrag von H. Hahn über Bergen, eine der nächsten Hafenstädte. Seine Vorträge sind sehr interessant und kurzweilig. Das Theatrion war dabei immer gut besucht. Ein Profi, der schon seit sehr vielen Jahren mitfährt und für diese wichtigen Infos zuständig ist.

Die Auswahl beim Abendessen ist in allen Restaurants gut, aber so richtig hungrig bin ich eigentlich nicht. Ich probiere mal hier und da, etwas Käse und Obst ist eigentlich immer dabei, es schmeckt gut. Der Wein, rot oder weiss, ist auch gut.

 

Abends machte ich meine Runde durchs Schiff und blieb für einen Drink oder einen Absacker in der Aidabar hängen.

Spät wird es aber nie, bereits vor Mitternacht schlafe ich meist ein. GUTE NACHT. 

 

Bis bald  -  Ecki