2019 Aidamar 3



Heute war Seetag und ich konnte es langsam angehen. Ein Faulenzer-Tag.

Das Frühstück fiel eher sparsam aus. Danach machte ich mich auf den Weg ins Wellness-Paradies. Ich wollte/ musste mein Bordbuch schreiben, das ist in den beiden letzten Tagen liegen geblieben. Also auf der Liege, mit dem Blick auf das Mittelmeer, machte das Schreiben viel Spass. Selbst in der Sauna konnte der Blick über das Mittelmeer streifen, erfrischende Duschen und kühle Getränke waren auch in der Nähe, so ein Seetag war etwas Feines. Mittagessen wurde heute gestrichen, ich verzehrte die Reste meine Schinken- und Käse-Einkaufs des gestrigen Markthallenbesuchs. Sehr lecker.

Leider ging auch dieser Tag viel zu schnell vorbei. Abendessen, der große Schiffsrundgang und dann noch ein Absacker in einer der vielen  Bars. Das war es dann mit dem Seetag.

Schon sehr früh hat die "Aidamar" im Hafen von Cadiz festgemacht. Ich habe nichts davon mittbekommen. Der Hafen lag sehr zentral, so daß kein Taxi oder Shuttlebus notwendig war. Bis zum späten Nachmittag war Zeit um diese schöne alte Stadt zu besuchen.

Ich lief los und stand mitten in der Altstadt. In einem kleinen Park stand ein beeindruckendes Rathaus und einige Denkmale zeigten frühere Würdenträger. In einer kleine Bar bestellte ich einen Cafe und ein frisch getoastetes Seranoschinken-Sandwich. Alles sehr gut!

Nach wenigen Metern stand ich am Atlantik, es war Ebbe und vor den Hafenmauern lagen Boote und bewachsene Felsen im flachen Wasser. Auf der Hafenmauer gab es einen breiten Weg, der um diese frühe Uhrzeit von Hundespaziergängern gut genutzt wurde. Die Sonne kam heraus, es war windstill und es machte viel Spass hier entlang zu laufen. Zwei kleine Parks mit dichten tropischen Baumbestand waren sehenswert, Orangenbäume, Palmen und riesige Laubbäume, die ich leider nicht kannte, waren hier zusehen. Die Uferpromenade führte am Stadtstrand vorbei wo sich jetzt viele Hunde austobten. Etwas ausserhalb im Wasser liegt eine alte Festung, die nur über einen schmalen Weg zu erreichen war. Bei starken Seegang wird der wohl überspült. Aber jetzt war der Atlantik friedlich und man kann fast durch das Meer zu dieser Festung laufen. Leider war kein Besuch im Inneren der Festung möglich, aber der Panoramaausblick auf Cadiz war auch sehr schön. 

Ich lief weiter in die Altstadt zu der grossen Kathedrale. Der Platz davor war noch leer, nur vereinzelte "Nestflüchter" waren unterwegs. Pünktlich öffnete die Kathedrale und mit einen Audioführer bewaffnet wanderte ich durch die grosse Kirche. Es war jedesmal sehr beeindruckend mit welcher Pracht und künstlerischen Kreativität diese Bauwerke ausgestattet wurden, wobei die Bevölkerung in sehr bescheidenen Umständen leben mußte. Aber das ist eine ganz andere Geschichte....

Vom dem weiten Platz vor der Kathedrale führten viele Wege in die Altstadt hinein. Es sind oft enge Gassen mit mehrstöckigen Häusern. Es gab sehr viele kleine Läden mit Schmuck, Schuhen, Bekleidung und vieles andere mehr, natürlich auch die Souvenirshops mit dem üblichen Angeboten. Die Gasse wurde breiter zu einem Platz mit vielen Verkaufsständen für die regionalen Kunsthandwerker. Schönen handgemachten Schmuck, originelle Bilder, Spielzeug und vieles andere mehr wurde angeboten. Dazwischen einige Musiker, die auch auf ein kleines Geschaeft hofften. Eine schöne entspannte Atmosphäre.

 

Mein Weg führte mich wieder in die Altstadt und plötzlich stand ich vor einer grossen Markthalle. Obst, Gemüse, Brot, Käse, Fisch, Fleisch wurden an Tischen lautstark angeboten. Der nächste Hunger kommt bestimmt, dachte ich mir und kaufte Käse, Schinken, Brötchen und Erdbeeren um später an Meer ein Picknick zu machen.

Mittlerweile war es warm geworden, die Sonne meinte es gut, also eine kleine Pause am Meer mußte es jetzt sein. An dem schmalen Weg zur der Festungsinsel suchte ich mir einen schönen und trockenen Platz. Mit der Flut kamen auch die Wellen, die teilweise heftig an die Felsen klatschten und meine Pause musikalisch begleiteten.

Es schmeckte alles sehr gut und es blieb auch nichts übrig. 

Den Espresso danach gab es wieder irgendwo in dem Gassengewirr. Die Altstadt von Cadiz ist nicht sehr gross, aber man findet hier sehr viel schöne Fotomotive, kleine Märkte und Geschäfte die einen Besuch lohnen. In den Sommermonaten soll es hier sehr voll sein, da locken die breiten Strände. Mir war es so lieber.

In einer kleinen Kunstgallerie fand ich schöne Bilder aus Ghana und der Karibik. Wirklich sehr schöne Motive mit tollen Farben. Ich habe mir dort ein sehr schönes Batiktuch gekauft, mal sehen was ich damit mache.

Cadiz ist auch bekannt für den Karneval oder den Fasching. In vielen Geschäften konnte man sich für diesen Event  ausrüsten. Das gab es sehr kreative und lustige Masken und Verkleidungen.

So trödelte ich durch Cadiz und am späten Nachmittag bin ich wieder zurück auf das Schiff. Die Ansagen des Kapitäns "Na-ja" und das Ablegemanöver sind mittlerweile schon Tradition. Weiter ging die Nachtfahrt nach Lissabon. 

 

Im Brauhaus und im Biergarten bin ich gern eingekehrt, dort gab es ein schönes Angebot an großen und kleinen, rustikalen und warmen! Speisen, oft auch mit Musikbegleitung.

Leider war das Bierangebot nicht ganz mein Geschmack, aber ich hab mich gezwungen...

 

Bis bald  -  Ecki