2017 die Neidlinger Kugelmühle...


 

 

 

 

 

Die Kugelmühle in Neidlingen ist eine der letzten produzierenden Kugelmühlen in Deutschland.

 

Hier auf der Schwäbischen Alb wird Jura-Marmor mit Wasserkraft zu hochpräzisen Kugeln gerollt. Die fertigen Kugeln sind wahre Schmuckstücke.

 

 

 

Am Sonntag sperrt der Kugelmüller seine Mühle für Besucher auf und mit einen interessanten und unterhaltsamen Vortrag stellt er sein Handwerk vor. Dazu erzählt er auch über die verschieden Steinarten, speziell über den Marmor auf der Schwäbischen Alb und den Fundstätten in den regionalen Steinbrüchen. Ausführlich spricht er über die Herstellung der Steinkugeln, vom Suchen der geeigneten Steinbrocken, den ersten Bohrungen mit selbstgebauten Bohrmaschinen, dem Schleifen und Vorbereiten der Kugelrohlinge bis zu dem Bestücken des Wasserrades.

Dazu zeigt er eine alte Kugelmühle mit dem Unterteil aus Sandstein und den eingefrästen Rillen, in dem die Kugel rollen und dem drehbaren Oberteil aus Buchenholz mit den Antriebsflügeln.

In die ausgefrästen Bahnen des Unterteils werden die Rohlinge gelegt, die Mühle wird dann geschlossen und in den Bach gesetzt. Nun treibt das Wasser über hölzerne Rinnen die Flügel an. Innerhalb von 22 bis 24 Stunden verwandeln sich die unförmigen Marmorrohlinge unter dem Druck von etwa 30 Kilogramm und ständiger Rotation in Kugeln, wie sie kugeliger nicht sein könnten. Danach werden die Kugeln noch poliert, so daß sich der besondere Glanz des Marmors zeigt. 

Diese Kugeln mit ihren Mustern, Farben und fossilen Einschlüssen sind verborgene Schätze des Juramarmors und somit Zeugen der Entstehungsgeschichte vor ca. 200 Millionen Jahren.

 

Übrigens: ...bei Vollmond müssen die Kugeln doppelt so lang in der Mühle drehen, bis sie perfekt rund sind. ???

 

 

 

 

"Jede Kugel ist einzigartig und kostbar, Jura-Marmor ist schließlich vor Urzeiten im Jura-Meer aus lebenden Organismen entstanden. Die kennen kein Muster, da sieht jeder Stein einzigartig aus.“ 

 

 

 

Bis bald   - Ecki

 

 

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Kommentare: 7
  • #1

    piri37 (Dienstag, 12 September 2017 20:52)

    Sehr interessant die Neidlinger Kugelmühle. Man staunt immer wieder, welche Möglichkeiten die Menschen finden, um Kunststücke zu schaffen. Heute würde man das maschinell wohl viel schneller herstellen, auch ohne "Vollmond-Berücksichtigung!" ;)
    Liebe Güße Piri

  • #2

    Lilo Albert (Dienstag, 12 September 2017 22:46)

    Hallo Ecki!

    Sehr interessant zu erfahren wie diese einzigartigen Kugeln entstehen und was es für eine Zeit braucht um so eine Schönheit zu fertigen. Besonders mit der einfachen Methode. Maschinell hergestellte Gegenstände werden nie den gleichen Wert darstellen.

    Ich liebe Gegenstände aus Naturmaterialien. Leider habe ich nur noch Kugeln aus Glas.
    Aber aus diesem Marmor habe ich noch 2 kleine Herzen, wahrscheinlich entstanden sie aus Abfall, oder kleinen Stücken.

    Danke für diesen informativen Bericht!

    Viele Grüße Lilo.

  • #3

    Ecki (Mittwoch, 13 September 2017 09:28)

    Hallo Piri,
    Hallo Lilo,

    Ich war sehr überrascht daß es solche Kugelmühlen überhaupt noch gibt,
    umso spannender war der Besuch und der kurzweilige Vortrag des Kugelmüllers.
    Diese Kugeln sind einzigartige Schmuckstücke
    und erinnern an die Entstehungsgeschichte unserer Welt.
    Auch meine kleinen Katzen spielen sehr gern damit, ;-)

    Viele liebe Grüße!
    Ecki

  • #4

    Astrid (Mittwoch, 13 September 2017 11:08)

    Hallo Ecki,
    toller Ausflug war das wiederund dein bericht wie immer 1a!
    War die Mühle offen wegen des Offenen Denkmals?

    Liebe Grüße
    Astrid

  • #5

    Ecki (Mittwoch, 13 September 2017 20:13)

    Hallo Astrid,

    Vielen Dank, das freut mich sehr.
    Die Kugelmühle in Neidlingen ist jeden Sonntag ab 11:00 geöffnet
    und der Kugel-Müller erzählt von seiner Arbeit und den Steinen.

    Am 17.09. findet zum "Tag des Biotops" ein besondere Veranstaltung statt.
    Eine Geologin blickt mit Hilfe der Marmorkugeln in die Vergangenheit der Erdgeschichte.
    Hier gibt es Infos: http://www.geopark-alb.de/

    Viele liebe Grüße!
    Ecki

  • #6

    Uschi (Donnerstag, 14 September 2017 14:37)

    Hallo Ecki,
    heute noch schnell mein letzter Kommi bei dir, vor der großen Reise.

    Mich hast du besonders damit begeistert, weil meine Mama 40 Jahre in einem Marmorwerk, als Sekretärin und Telefonistin tätig war und ich so schon von Kindesbeinen an, mit diesem tollen Material in Verbindung kam.
    Von solch einer Kugelmühle wusste ich allerdings überhaupt noch nichts und deshalb hat es mir sehr gefallen.
    Ich kenne auch den Böttinger Marmor aus dieser Gegend, der in dem Werk, wo meine Mama tätig war, dort zu Bildhauerzwecken für Grabsteine genutzt wurde.
    Marmor aus der ganzen Welt, war auch in meiner letzten Gaststätte in Thüringen in den Fensterbänken, Treppen und Wandverkleidungen, verbaut. Dies diente damals als Probebau für den "Palast der Repulik" in Berlin *grins.

    Danke für den interessanten Beitrag und einen lieben Gruß,
    Uschi

  • #7

    Ecki (Donnerstag, 14 September 2017 21:51)

    Hallo Uschi,

    Es freut mich sehr, daß dir mein Bericht gefällt.
    Ich wünsche dir eine gute Reise und viele schöne Erlebnisse.

    Viele liebe Grüße!
    Ecki